Zu den Arbeiten von Matthias Schöner


Die Skulpturen von Matthias Schöner sind genuin bildhauerische Werke.
In der Gegenüberstellung von geschnittenen und gebrochenen Flächen 
werden durch die unterschiedlichen Bearbeitungen farbliche Nuancen, 
verschiedene Oberflächenreliefs und damit unterschiedliche Lichtwerte
einander gegenüber gestellt.
Die Reduzierung der Gesamtformen auf Gitterstrukturen und architekto-
nisierende Ensembles konzentriert die Wahrnehmung auf die Bearbeitungs-
spuren und die Materialität des Steins, auf seine Eigenschaften sowie
Erscheinungen und inszeniert sie. 
Dabei steht der glatte, sorgsam geführte Schnitt mit bisweilen polierter,
glänzender Oberfläche neben der zur Rauheit und Unwägbarkeit 
neigenden, sich selbst den Weg suchenden Bruchkante. 
Der Schnitt wird zum Sinnbild einer Formgebung und einer gezielten
Gestaltung, während die Bruchkante die Zufälligkeit, die Eigenstruktur
und Identität des Materials thematisiert. 
Dabei setzt Schöner den Schnitt stets differenzierend ein, während die
Bruchkanten häufig wieder zusammengesetzt werden und optisch der
Bruch dann in der rauhen Relieffläche der Kante wie zurückgenommen
erscheint. 
Trotz der Mehrteiligkeit offenbaren die Arbeiten damit ihre monolithische
Herkunft, laden zur Rekonstruktion des Verhältnisses der Figuration zum
Ausgangsblock ein und führen den Betrachter so in den Nachvollzug des
Fertigungsprozesses,der als zeitliche Dimension – neben dem formalen
Erscheinungsbild – Teil der Arbeiten ist....

   

Dr. Christine Korte-Beuckers
Sankt Augustin

 




"Schwerer Stein öffnet sich zu quaderförmigen, 
minimalistischen Gitterstrukturen oder windet sich
in konzentrischem Rund als Band auf dem Boden 
- Die Arbeiten von Matthias Schöner sind im Kern hohl. 
Er ringt damit dem Stein sein eigenes Gegenteil ab 
der maximalen Dichte die Leere."



Veronika Schöne